R.Scheuchl GmbH: News + Job offer
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(07.04.2009)
Erschienen am 02.04.2009 in der Passauer Neuen Presse, Autor Yvonne Vranjkovic
Heizen mit Hackschnitzeln, energieeffiziente Wärmetauscher oder Elektromotoren - niederbayerische Unternehmen entwickeln Technologien, die das Klima schonen. Stefan Brandl, Geschäftsführer von ebm-papst aus Landshut, Dr. Udo Dinglreiter, Geschäftsführer der R. Scheuchl GmbH aus Ortenburg, und Martin Ecker Vertriebsleiter der HDG Bavaria aus Massing, stellten gemeinsam mit Hermann Brandl, Geschäftsführer der Bezirksgruppe Niederbayern-Oberpfalz der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw), Beispiele ihrer klima- und umweltfreundlichen Produkte vor.
"Wir leben in doppelter Hinsicht in stürmischen Zeiten", sagte vbw-Geschäftsführer Hermann Brandl und meinte damit sowohl die wirtschaftlich schwierige Lage als auch das Wetter, das Ende März noch einmal mit Schneestürmen aufwartetete. "Daran sehen wir: der Klimaschutz betrifft uns alle." Allerdings müsse gewährleistet sein, dass die Wettbewerbsfähigkeit der niederbayerischen Unternehmen durch Klimaschutz-Maßnahmen nicht beeinträchtigt werde. "Es ist wichtig, deutlich zu machen, dass die heimische Industrie in erster Linie Teil der Lösung ist und nicht Teil des Problems", sagte Brandl. So zum Beispiel die ebm-papst Gruppe, die R. Scheuchl GmbH und die HDG Bavaria GmbH.
Die ebm-papst Gruppe, Hersteller von Ventilatoren und Motoren, beschäftigt am Standort in Landshut 1014 Mitarbeiter und verfolgt als Ziel die kontinuierliche Reduzierung des Energieverbrauchs. Dafür hat das Unternehmen unter anderem den iQ-Motor entwickelt, der mit Gleichstrom angetrieben wird und dafür den Wechselstrom aus der Steckdose umwandelt. Der Motor wird unter anderem in der Kühltechnik für Gefriertruhen sowie zum Antrieb von Ventilatoren eingesetzt. "Damit wird gegenüber konventioneller Technologie 70 Prozent Strom gespart", sagte ebm-papst-Geschäftsführer Stefan Brandl. Bei flächendeckender Umstellung auf diese Technik könnten in Europa vier Kraftwerke abgeschaltet werden. "Unsere Produkte sind teurer in der Anschaffung, rechnen sich aber dadurch, dass sie weniger Energie benötigen", so Brandl.
Der Anlagen- und Maschinenbauer R. Scheuchl GmbH beschäftigt sich nach eigenen Angaben seit 40 Jahren mit der Produktion von Anlagen zur Reduzierung von Schadstoffen. Als Beispiele nannte Geschäftsführer Dr. Udo Dinglreiter unter anderem die Entwicklung einer Anlage zur Reinigung von Abluft sowie zur Lösemittelrückgewinnung. Damit könnten Schadstoffe durch ein Adsorptionsverfahren aus der Luft gefiltert sowie Lösungsmittel zurückgewonnen und wiederverwertet werden. Außerdem würden durch die von der R. Scheuchl GmbH gelieferten Anlagen zur Wärmerückgewinnung im Jahr sieben Millionen Megawattstunden Energie gespart. "Dies entspricht einer jährlichen CO2-Einsparung von rund 2,4 Millionen Tonnen", sagte Dinglreiter. Mit den Rotationswärmetauschern für Lackieranlagen beliefere die R. Scheuchl GmbH so gut wie jeden Autohersteller weltweit. Das Unternehmen beschäftigt in Ortenburg um die 100 Mitarbeiter.
Die HDG Bavaria GmbH aus Massing hat sich auf Holzheizsysteme wie Heizkessel für Stückholz oder Hackschnitzelheizwerke mit Leistungen von 4,5 bis zu 380 Kilowatt spezialisiert. "Unsere Zielgruppe sind Landwirte und Privatleute, aber auch mehr und mehr Kommunen und große Industriebetriebe", sagte Vertriebsleiter Martin Ecker. Die Anlagen seien robust, langlebig und einfach zu bedienen. "Um ein ganzes Haus zu heizen, genügt es, einmal am Tag Holz nachzulegen", sagte Ecker. Von der aktuellen Wirtschaftskrise spürt die HDG, die in Massing 200 Mitarbeiter beschäftigt, nach eigenen Angaben noch nichts. Man rechne damit, den Umsatz von 30 Millionen aus dem vergangenen Geschäftsjahr zu halten, teilte Ecker mit. Die R. Scheuchl GmbH sei derzeit auch noch ausgelastet, so Dinglreiter. Da aber Industrie-Kunden von der wirtschaftlichen Lage stark betroffen seien, rechne man spätestens 2010 mit einem schwierigen Jahr.
Die ebm-papst-Gruppe hat nach Angaben von Geschäftsführer Stefan Brandl ab April für ein Drittel der Fertigung am Standort Landshut Kurzarbeit angemeldet. Die Produktion werde auf 60 Prozent zurückgefahren. Vor allem Hausgeräte liefen derzeit schlecht. "Der Absatz im Bereich Energieeffizienz ist jedoch unverändert gut, deswegen liegt dort unsere Perspektive", so Brandl.
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